In dieser Rubrik, veröffentlicht Wendelin Niederberger Geschichten, Anekdoten und gute Sprüche, die von Lebensunternehmerinnen und Lebensunternehmer gerne gelesen werden könnten. Einfach mal reinlesen und geniessen.

Der erste Beitrag handelt vom Thema Motivation. Dieses Schlagwort hat Hochkonjunktur. Was uns ja nichts anderes aussagt, als wie demotiviert die Menschen im Grunde tatsächlich sind.

Wie lange müssen Sie noch von Aussen motiviert werden?

Im Sommer 1999 wurde vom Schweizer Fernsehen die bewegende Sendung über die Eigerbesteigung gezeigt. Tags darauf erschien dieser Beitrag in einer Tageszeitung als Kolumne.

Ein Beitrag über Motivation von Jürg Ramspeck

Der Chef der Bergrettung in Grindelwald, Kurt Amacher, Spengler, der bei Notfällen unter Volleinsatz des Lebens mit seinen Kollegen ausrückt, um in der Eiger Nordwand verunglückte Alpinisten zu retten, ist am Fernsehen gefragt worden, wodurch er für diese seine nebenamtliche Tätigkeit "motiviert" sei. Motiviert: Das war ein Wort, mit dem er absolut nichts anfangen konnte. Ein Wort aus dem Unterland. "Man tut das, weil es getan werden muss", sagte Amacher. Und ich habe mich gleich ein bisschen für die Frage geschämt, weil sie durchaus hätte von mir sein können.

Es ist uns da durch die Eiger-Übertragung nicht nur ein Gefälle in Höhenmetern, sondern auch in Wertvorstellungen sichtbar gemacht worden. Der Umstand, dass ein Spengler aus Grindelwald nicht speziell motiviert werden muss, damit er sich an ein Helikopter-Seil hängt, um einen gescheiterten Kletterer aus der schwindelerregenden Senkrechten zu befreien, ist für uns doch etwas belämmernd, die wir die Motivation nur schon brauchen, um am Morgen erst mal aus den Federn zu steigen und das Kaffeewasser aufzusetzen. Danach ist ein nächster Motivations-Schub vonnöten, damit wir uns an unseren Arbeitsplatz schleppen, um die Motivation abzuwarten, die uns durch unsere Vorgesetzten zuteil wird. Und wehe, dieser Vorgesetzte hat im Kader-Seminar nicht aufgepasst und den Kurs des Motivations-Experten von der amerikanischen Unternehmens-Beratungsfirma verschlafen! Keine Macht des Gewissens kann von uns verlangen, dass wir das Formular A ins Büro B hinübertragen, wenn uns nicht danach zumute ist, respektive die Motivation fehlt. Denn wir haben ein Recht auf sie, und wo sie uns verweigert wird, weil der Chef im Mitarbeiter-Motivieren eine Pumpe ist, können wir nichts dafür, wenn Formular C in Büro D rettungslos vermodert.

Wie ein Öltröpfchen in der Teflon-Pfanne ist das Wörtchen "Motivation" an Herrn Kurt Amacher agerutscht. Das Eiger-Spektakel hatte auch seine kleineren, nichtsdestotrotz eindringlichen bewegenden Momente.

 

Ganz toll finde ich auch diese kleine Geschichte aus der grauen Vorzeit. Da wird man sich wieder einmal bewusst, was in früheren Zeiten so alles abgegangen ist. Achtung, aufgepasst: Dieses Mitarbeiterreglement ist NICHT als Vorschlag gedacht und darf unter keinen Umständen übernommen werden. ;-)

Mitarbeitervorschriften vor dem Internetzeitalter

Sind Sie mit Ihrem aktuellen Mitarbeiterregelment zufrieden?
Wenn nicht, so sind Sie es spätestens in einigen Minuten
wieder. Nachfolgend Auszüge aus einem Reglement des
Jahres 1871:

Einfache Kleidung ist Vorschrift. Das Personal darf sich nicht
in hell schimmernden Farben bewegen und nur ordentliche
Wollstrümpfe sind erlaubt.

Während der Bürostunden darf nicht gesprochen werden. Ein
Angestellter, der Zigarren raucht, Alkohol zu sich nimmt,
Billardspiele und politische Lokale aufsucht, gibt Anlass, seine
Ehre, Rechtschaffenheit und Redlichkeit anzuzweifeln.

Die Einnahme von Nahrung ist zwischen 11.30 Uhr und 12.00
Uhr erlaubt. Jedoch darf die Arbeit dabei nicht eingestellt werden.

In der Winterzeit hat jedes Personalmitglied täglich 4 Pfund
Kohle mitzubringen.

Zum Abschluss sei die Grosszügigkeit dieser neuen
Büro-Ordnung betont. Zum Ausgleich wird eine wesentliche
Steigerung der Arbeit erwartet

 

Bei der Internetumfrage für Kleinbetriebe haben einige gewünscht, auf ihrer Lieblingseite immer mal ein paar gute Sprüche abholen zu können. Diesem Wunsch erfüllen wir natürlich. Aber bitte: Die Sprüche sollten schon von Euch kommen. Hier meine Mail-Adresse: info@wendelin-niederberger.ch

Gute Sprüche für den Alltag

Alles hängt mit allem zusammen, behaupten mittlerweile nicht
nur Buddhisten, sondern auch Physiker.

Wer Gott erreichen will, muss zwei Wahrheiten kennen.

  1. Alle Anstrengungen, Ihn zu erreichen sind vergeblich.
  2. Man muss handeln, als wüsste man nichts von der ersten Wahrheit.

Hier ein Spruch von Valentin Gschwind:

Reorganisation
Alles was man ändern kann,
wird solange verändert,
bis es zu spät ist
um noch etwas ändern zu können

Die nächsten beiden Sprüche kommen von Therese Hänni:

- Wer andere kennt, ist weise. Wer sich selbst kennt, ist erleuchtet.

- Der Grund, weshalb Engel fliegen können: sie nehmen sich selbst so leicht.