In dieser Rubrik sammelt
Wendelin Niederberger schöne Zen-Geschichten. Zen-Geschichten Zen-Geschichte Nr. 1 Trinken Sie auch gerne zwischendurch eine Tasse Tee? Hier die Geschichte vom Professor, der einen Besuch beim Zen-Mönch machte: Ein Professor wanderte
weit in die Berge, um einen berühmten Zen-Mönch zu besuchen.
Als der Professor ihn gefunden hatte, stellte er sich höflich vor,
nannte alle seine akademischen Titel und bat um Belehrung. Soviel zum Thema, was uns das viele Wissen überhaupt nützen kann Zen-Geschichte Nr. 2 Hier die Geschichte vom König, dessen Volk verrückt geworden ist: Es war einmal ein König,
der lebte in seinem Schloss auf einem hohen Berg, von wo er sein ganzes
Land überblickte. Der König war sehr beliebt bei seinem Volke.
Jeden Tag brachten ihm die Leute aus der Stadt schöne Geschenke,
und der Geburtstag des Königs wurde im ganzen Land gefeiert. Die
Leute liebten den König, denn er war weise und gerecht. Ist es nicht oft so, dass wir etwas tun, bloss weil es andere Leute auch tun? Wie heisst es doch so schön: Wer etwas Neues bringt, wird zuerst belächelt, dann wird er angegriffen und später für allgemeingültig erklärt. Wussten Sie, dass Galileo Galilei bereits 1992 von der Kirche rehabilitiert wurde? Man hat öffentlich zugegeben, dass er doch recht hatte mit seiner Behauptung, dass sich die Erde um die Sonne drehe. Erotik in Zen-Geschichten? Das soll es nicht geben? Lesen Sie hier Zen Geschichte Nr. 3 Ein Schüler der
Meditation sass in tiefem Schweigen mit einer Gruppe von Übenden
zusammen. Erschreckt durch eine Vision von Blut, Tod und Dämonen,
stand er auf, ging zum Lehrer und flüsterte: "Roshi, ich hatte
eben eine furchtbare Vision." Und hier gleich noch eine zum gleichen Themenkreis Zen-Geschichte Nr. 4 Zwei Mönche, der
eine bejahrt, der andere noch ganz jung, wanderten im Regenwald einen
schlammigen Pfad entlang. Sie waren auf dem Heimweg zu Ihrem Kloster.
Da begegneten sie einer schönen Frau, die hilflos am Ufer eines reissenden
Flusses stand. Hier eine Zen-Geschichte von Marianne Schoch. Vielleicht geht es Euch so wie mir. Auch ich musste diese ganz tolle Geschichte mehrmals lesen, bevor ich verstand, welche Weisheit dahinter steckt. Im täglichen Leben sehen wir es immer wieder: Es ist nicht das dünne Eis auf dem See, dass die dahinterliegende Wirklichkeit repräsentiert. Zen-Geschichte Nr 5 Eines Tages hielt der Buddha vor einer Zuhörerschaft von mehr als tausend Nonnen und Mönchen eine Blüte hoch. ziemlich lange sagte er nichts. die Zuhörer waren völlig still. Alle schienen angestrengt nachzudenken und zu versuchen, die Bedeutung der Geste des Buddha zu verstehen. dann lächelte der Buddha plötzlich. er lächelte, weil ein Zuhörer ihn und die Blüte anlächelte. der Mönch hiess Mahakashyapa. Er lächelte als einziger, und der Buddha lächelte zurück und sprach: "Ich habe einen Schatz der Einsicht, und ich habe ihn Mahakashyapa übergeben". Die Geschichte wurde von vielen Generationen von Zen-Schülern erörtert, und die Leute suchen weiter nach ihrer Bedeutung. ich meine, sie bedeutet etwas ganz Einfaches. wenn jemand eine Blüte hochhält und sie dir zeigt, möchte er dass du die Blume siehst. wenn du weiter nachdenkst, entgeht dir die Blüte. der Mensch, der nicht nachdachte, der nur er selbst war, konnte der Blüte intensiv begegnen und lächelte. Weiter geht es mit leichter Kost. Hier ein paar kurze Geschichten, welche uns von Therese Hänni zur Verfügung gestellt wurden Zen-Geschichte Nr 6 Ein Mönch fragte:
"Ist nicht Erbarmen ein Merkmal des Zen-Jüngers?" Der Meister
anwortete: "So ist es." Die folgende Geschichte ist speziell für jene Menschen geschrieben, welche immer und immer wieder die Heilslehren verkünden wollen, aber ihr eigenes Leben nicht im geringsten in Griff haben Diese Geschichte zählt zu meinen Favoriten. Zen-Geschichte Nr 7 Ein Eremit sass meditierend
in der Einsamkeit. Da huschte eine Maus herbei und knabberte an seiner
Sandale. Verärgert öffnete der Eremit die Augen und sagte: "Warum
störst du meine Meditation?" "Weil ich Hunger habe",
antwortete die Maus. Ist das nicht toll? Hier kommt gleich die nächste Geschichte. "Wie man in den Wald ruft, so tönt es zurück», sagt der Volksmund. Hier die Zen-Version davon Zen-Geschichte Nr 8 Im Shaolin Tempel gibt
es einen Saal der tausend Spiegel. Eines Tages kam ein Hund in diesen
Saal und sah sich plötzlich umgeben von tausend Hunden. Er knurrte
und bellte seine vermeintlichen Gegner an, und auch die zeigten ihm natürlich
tausendfach die Zähne. Daraufhin wurde der Hund fast rasend vor Wut,
und diese Wut schlug ihm tausendfach zurück, sodass er vor Ueberanstrengung
starb. Da gibt es doch tatsächlich Menschen, die sich wegen diesem Spruch immer ein Los leisten. Das schärfste dabei ist, dass diese dann auch noch gewinnen. Wer das Gefühl hat, dass er vom Universum ein Geschenk erhalten sollte, weil er so viel gutes tut, der soll sich bitte immer wieder mal ein Los kaufen. Man nimmt damit dem Universum viel Mühe ab. Zen-Geschichte Nr 9 Ein Mann wünschte sich von ganzem Herzen nur eines: einmal das grosse Los zu gewinnen. Und so betete er jeden Abend zu Gott, dass er ihm diesen Wunsch erfüllen möge. Die Jahre vergingen, und immer noch betete er jeden Abend zu Gott, ohne dass sein Wunsch in Erfüllung ging. Als er eines Abends wieder ganz innig zu Gott betete, dass er ihm doch seinen grössten Wunsch erfüllen möge, da öffnete sich der Himmel und eine Donnerstimme rief: "Gib mir doch endlich einmal eine Chance, kauf dir ein Los!" |
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