So finde ich meine persönliche Lebens-Vision

Autor: Wendelin Niederberger (Unternehmens-Entwickler und begleitet Firmen sowie Privatpersonen zur Visionsfindung. Tel +41 (0) 41 662 01 88, Fax +41 (0) 41 662 01 89,
info@wendelin-niederberger.ch)

Schlagen Ihre Gefühle von Zeit zu Zeit "Purzelbäume"? Haben Sie immer wieder mal das Gefühl, dass Sie trotz allen Bemühungen mit Ihrem Leben nicht so recht klar kommen? Gut möglich, dass Sie schon vieles versucht haben und trotzdem nicht auf einen grünen Zweig kommen. Höchste Zeit, sich mit seinen Lebenszielen zu befassen. Wie das geht? Wendelin Niederberger hält dafür wirkungsvolle Rezepte bereit.

Strategien und Konzepte zur aktiven Lebenshilfe gibt es zuhauf. Wer soll sich da noch auskennen. Und wer hat schon die Zeit, sich all die Techniken zum "Glücklichsein" einzuverleiben? Eigentlich egal, ob die Techniken für ein erfolgreiches Leben vom Amerikaner Antony Robbins und Konsorten oder von seiner deutschen Kopie Jürgen Höller stammen. Verstehen Sie mich richtig: - Ich habe daran nichts auszusetzen. Schliesslich gibt Erfolg ja immer recht. Es gehört zu unserer Kultur, die Massenmeinung als richtig zu bewerten. Nur wo bleiben denn all die glücklichen Gesichter? Wo sind all die Unternehmerinnen und Unternehmer im Alltag zu finden, die sich diesen Motivationsspektakel einverleibt haben und nun vor Glück nur so strahlen?

Was im allgemeinen als Vision bezeichnet wird, entpuppt sich bei näherem hinschauen meist bloss als kleines Ziel.

Kann es sein, dass am Ende nichts weiter bleibt als viel heisse Luft? Der Absturz in die Verzweiflung ist meist vorprogrammiert. Jetzt hat man sich doch soooo gut gefühlt und trotzdem hat man es wieder nicht geschafft, diese Gefühle in den Alltag hinüber zu retten. Nebst dem Versagergefühl meldet sich nun auch noch das schlechte Gewissen. Einmal mehr Geld und Zeit investiert. Nur geändert hat sich nichts. Okay, ich gebe ja zu, dass es riesigen Spass machen kann unter Tausenden von Gleichgesinnten zu grölen. Ich zweifle auch nicht daran, dass viele dieser Techniken Wirkung erzielen können. Schliesslich hat die Hirnforschung dramatischen Fortschritte gemacht. Warum soll man dieses Wissen nicht einsetzen? Andererseits haben Sie natürlich recht: Es gibt ja noch andere Techniken um dem allgemein grasierenden Gefühlsdilemma ein Schnippchen zu schlagen. Wie bitte? Sie meinen ich übertreibe? Dann erklären Sie mir mal, warum mehr Bücher zu diesen Themen über den Ladentisch gehen, als Glühwein am Christkindlmarkt? Und ich frage weiter: "Wo bleibt die Wirkung?" Wenn ich mir beim Gärtner einen Blumenstrauss für meine Frau besorge oder beim Bäcker die frischen Gipfeli fürs Frühstück, dann sehe ich meist nur gestresste Gesichter. Von Lebensfreude und strahlendem Erfolg bekommt man selten 'was zu sehen. Irgend etwas scheint da falsch zu laufen…

Positive Gefühle zeigen, dass Sie auf dem richtigen Weg sind

"Was Du zuerst brauchst ist eine Vision", las ich kürzlich in einem dieser Bücher. Aber was ist eine Vision? Das wird dann meistens so erklärt: Eine Vision ist die klare Vorstellung eines zukünftigen Zustandes. Schön und gut. Aber wie könnte nun die Vision des Bäckermeisters konkret aussehen? Die Vision des Bäckermeisters könnte zum Beispiel sein, dass jeden Tag zehn Lastenzüge seine Brötchen ausfahren. Hier haben wir bereits das erste grundlegende Problem. Ist das nun eine persönliche Vision oder eine Unternehmens-Vision? Darüber muss man sich im klaren sein. Die persönliche Lebens-Vision und die Unternehmens-Vision sind zwei ganz verschiedene paar Schuhe. Was eine Unternehmens-Vision ist und wie man diese findet, darauf werde ich in einem späteren Beitrag zurückkommen. Auch hier müssen wir ganz neue Denkansätze in unser Bewusstsein integrieren.

Nur wenn das Leben Spass macht, hat es einen Sinn. Leider verbinden wir die wertvollsten Dinge des Lebens mit negativen Gefühlen.

Nun aber zurück zur persönlichen Vision. Was ist eine persönliche Vision? Wozu ist diese gut und vor allem wie findet man sie? Ganz einfach. Die persönliche Vision hat etwas mit der Lebensaufgabe zu tun. Sie hat damit zu tun, welchen Beitrag Sie in diesem Leben leisten sollten. Tönt das für Sie zu abgehoben? Warten Sie's ab, es kommt noch dicker. Ich gebe ein Beispiel: Eine Unternehmerin, nennen wir Sie Sabine F. beschloss vor ein paar Jahren sich selbständig zu machen. Mittlerweile beschäftigt die tüchtige Frau drei Festangestellte. Alles läuft eigentlich bestens. Und doch taucht in ihr immer wieder die Frage auf, was das Leben wohl sonst noch bieten könnte. Kommt Ihnen das bekannt vor? Sehen Sie, in dieser Situation stecken heute viele Menschen. Sabine F. hat sich geschäftlich mehr oder weniger eingerichtet. Sie verdient recht gut und könnte das Leben eigentlich geniessen. Wenn da nicht immer wieder dieses Gefühl auftauchen würde. Irgend etwas scheint noch nicht vollkommen zu sein. In dieser Situation flüchten sich viele in eine übertriebene geschäftliche Hektik. So ist man wenigstens wieder beschäftigt. Meistens lässt der Rückfall nicht lange auf sich warten. Mit dem kleinen Unterschied, dass man sich geschäftlich noch mehr eingebunden hat. Der Ausdruck dafür ist "verdrängen".

Eine Vision hat mit dem Sinn des Lebens zu tun

Wir Menschen haben einen wunden Punkt. Wir kommen auf die Welt mit einer Aufgabe, die wir in diesem Leben zu bearbeiten haben. Irgendwann, meist so um die Lebensmitte, meldet sich irgend etwas in uns. Es klopft meist leise an und will uns sagen, dass wir uns daran machen sollten, diese Aufgabe zu erfüllen. Leider haben wir noch einen treuen Gefährten, unser Ego. Dieses wehrt sich natürlich dagegen, seine Vormachtstellung kampflos preiszugeben. Dies gelingt meist sehr gut und äusserst sich darin, dass sich der Eine einen neuen dicken Wagen zulegt. Andere wiederum lachen sich eine jüngere Freundin an und meinen, sie können so der ganzen Sache entkommen.

Ich kenne viele Menschen, die sich anscheinend ihre Visionen von Status, Geld oder Bekanntheitsgrad erfüllt haben. Daran gibt es nichts auszusetzen. Glücklich sind sie trotzdem nicht. Und dies nur weil sie Ziele mit Visionen verwechselt haben.

Die Psychiater nennen dies "Midlife-Crisis". Eigentlich verständlich. Schliesslich haben wir in der heutigen Wirtschaftswelt den Sinn der Arbeit verloren. Dazu ein Bild: Ein Bauer, der früher mit seinem Pflug den Acker bearbeitete, hat sich die Frage nach dem Sinn seiner Tätigkeit sicher nie gestellt. Der Sinn seiner Arbeit war, dass er und seine Familie zu essen hatte. Wohl kaum jemand denkt heute noch an so profane Dinge bei seiner Arbeit. Kein Wunder, fehlt der Bezug zum Sinn der beruflichen Tätigkeit. Also muss der Sinn sonstwo gesucht werden. Je mehr man sich von seiner eigentlichen Lebensaufgabe wegbewegt, umso spürbarer werden die negativen Gefühle. Die innere Leere muss wieder aufgefüllt werden. Nachhaltig glücklich wird man also nur, wenn man sich darüber klar wird, was man in diesem Leben noch zu tun hat. Sie können sich sicher vorstellen, dass es nicht reicht jeden Tag eine mehr oder weniger langweilige Arbeit zu verrichten, die keinen grossen Sinn macht.

Leben Sie nach Ihren eigenen Vorstellungen?

Glauben Sie jetzt aber nicht, Sie müssten einfach Ihren Job wechseln und die Sache sei geregelt. Am besten ist es, Sie werden sich zuerst einmal klar darüber, wie Sie Ihr Leben haben möchten. Möchten Sie vollkommen gesund sein? Oder möchten Sie in einer wunderbaren Beziehung leben? Wie sieht es eigentlich mit Ihrer Gefühlswelt aus? Möchten Sie gerne glücklich sein? Ich höre schon wie sie jetzt sagen: "So ein Schwachsinn! Das möchte doch jeder!" Da haben sie haben natürlich wieder recht. Aber verhalten sich die meisten Menschen auch so? Also, da haben wir's. Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Die meisten Menschen getrauen sich dies nicht einmal zu denken. Geschweige denn auch etwas dafür zu tun. Sie können sich nicht vorstellen, wieviele Menschen damit ihre liebe Mühe haben. Wenn Sie für sich alle Lebensbereiche definiert haben, dann kommt der nächste Schritt. Dazu brauchen Sie ihren Verstand nicht mehr. Jetzt gehen wir auf eine ganz andere Ebene. Jetzt sind Gefühle gefragt. Treten Sie mit Ihrem Unterbewußtsein in Kontakt. Denn nur da finden Sie die richtigen Antworten. Ziehen Sie sich für ein Wochenende zurück in die Stille. Meditieren Sie und stellen Sie sich die Frage welchen Beitrag Sie zu einer besseren Welt leisten wollen. Wenn Sie das nicht können, dann malen Sie oder machen einfach lange Spaziergänge in der freien Natur. Dies sollten Sie ganz für sich alleine tun. Schreiben Sie alles auf. Legen Sie sich ein Tagebuch zu. Ich nenne es "Lebensbuch". - Und was da drin steht, bestimmen Sie. Wählen Sie dafür einen völlig abgeschiedenen Ort, wo Sie nicht abgelenkt werden können. Sie werden staunen, was da alles zum Vorschein kommt. Gönnen Sie sich die Zeit. Ich verspreche Ihnen, es lohnt sich.

So vereinfachen Sie Ihre Entscheidungen!

Sobald Sie wissen, was Ihre Lebensvision ist, beginnen Sie jetzt gleich damit, diese auch zu leben. Da liegt der wichtigste Unterschied zwischen einer Vision und einer Zielsetzung. Eine Zielsetzung bezieht sich immer auf die Zukunft und ist messbar, insofern es eine Zielsetzung sein soll. Hier liegt ein grosses Problem. Wenn Sie sich Ziele setzen, dann leben Sie permanent in einem unerfüllten Zustand. Und haben Sie das Ziel erreicht, dann ist der Sog weg und Sie müssen sich wieder neue Ziele setzen. Eine Vision ist nie quantifizierbar und ist auch zeitlich offen. Das heisst konkret, dass Sie Ihre Vision sofort leben können. Damit leben Sie im hier und jetzt und können das Leben genau so geniessen, wie Sie es sich jetzt wünschen. Darum ist die Vision des Eingangs beschriebenen Bäckermeisters keine Vision sondern bloss ein Ziel und wird ihn nie glücklich machen. Weil er permanent in einem unerfüllten Zustand leben wird. Sobald Sie Ihre Vision definiert haben, beginnen Sie augenblicklich dies umzusetzen. Sie werden spüren, wieviel Energie sie plötzlich bekommen.

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