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Wie Sie Ihre Firmen-Vision finden

Autor: Wendelin Niederberger (Unternehmens-Entwickler und begleitet Firmen sowie Privatpersonen zur Visionsfindung. Tel +41 (0) 41 662 01 88, Fax +41 (0) 41 662 01 89,
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)

Studien belegen, dass 70 Prozent der Mitarbeiter in den Unternehmen innerlich gekündigt haben. Tendenz steigend. Von innerer Kündigung reden wir, wenn die Identifikation mit dem Betrieb verloren gegangen ist. Man tut nur noch soviel, um seinen Job nicht zu verlieren - mehr nicht. Macht jemand diesem Mitarbeiter eine bessere Offerte, ist er weg. Es leuchtet ein, dass ein solcher Betrieb nie die Energie hat, in seinem Fachgebiet zu den Besten zu zählen. Und doch muss man den Mut aufbringen, sich genau dazu zu entscheiden.


Der Geschäftsführer eines mittelgrossen Unternehmens in der Stahlbranche mit etwas mehr als 40 Mitarbeitern entschliesst sich, mit seinem ganzen Team für ein Wochenende in die Berge zu fahren. Nicht etwa, um eine schöne Wanderung zu unternehmen, sondern um intensiv zu arbeiten. Hundert Prozent der Belegschaft ist anwesend: Nicht nur die Geschäftsleitung, sondern auch die Lehrlinge, die Maler, die Hilfsarbeiter, ja sogar der Aussendienst nimmt vollzählig teil. Und dabei handelt es sich nicht einmal um bezahlte Arbeitszeit. Jeder "opfert" ein Wochenende. Wobei sich das Wort "Opfer" so lustig anhört, dass ich später noch darauf zurückkommen werde.
Warum tun die das? Aus der Einladung war nichts Konkretes zu entnehmen. Es hiess nur, man komme zusammen, um die eigene Firmenvision zu finden. Es ist klar, dass die entsprechenden Sprüche in der Kantine nicht ausbleiben. Logisch auch, dass sich manch einer gefragt hat, ob es jetzt nicht bald an der Zeit sei, die Firma zu wechseln. "Was denen da oben immer wieder einfällt. Langsam wird es zuviel!" Und natürlich gab es auch solche, die der ganzen Sache positiv oder zumindest neutral gegenüber standen.
Es erstaunt immer wieder, wie viele Firmen Mühe haben, ihr Team für ein Wochenende zu verpflichten. Da zeigt sich ganz deutlich, wie gross die Bereitschaft der Leute ist, sich tatsächlich in das Unternehmen einzubringen und auch etwas mehr dafür zu tun.

Wollen Sie überleben oder gewinnen?

Verlassen wir dieses Team nun für einen Moment und lassen Sie mich ein paar Fragen stellen: Warum sind Sie selbständig oder in einer leitenden Position? Warum haben Sie sich dazu entschieden, mehr Verantwortung zu tragen? Warum tun Sie eigentlich diese Arbeit?
Ich weiss schon, was Sie jetzt sagen wollen. Aber genau diese Antworten will ich jetzt nicht hören. Aussagen wie "Weil man etwas bewirken möchte", oder "Weil man Freude hat, mit Menschen zu arbeiten" sind nun nicht gefragt. Solche Statements hören sich zwar immer gut an, bleiben aber meist Floskeln. Sagen Sie mir den wirklichen Grund: Sicher wollen Sie Anerkennung. Sie möchten zu den Besten zählen. Sie möchten mit Ihrem Unternehmen etwas Spezielles, etwas Einzigartiges sein. Geben Sie es doch ruhig zu. Mir können Sie nichts vormachen. Welche Alternative gibt es denn? Sie machen doch Ihre Arbeit nicht nur, um zu überleben? Wenn es Ihr Ziel ist, mit Ihrer Arbeit zu überleben, dann frage ich mich ernsthaft, wozu?

So werden Potenziale genutzt

Wer sich mit seinem Unternehmen einfach irgendwo im Mittelmass tummeln will, der braucht hier nicht weiterzulesen. Betriebe mit mittelmässiger Leistung gibt es schon zuhauf. Da findet auch der Konkurrenzkampf statt. Im "Mittelmass" wird der Preiskampf geführt. Vergleichbare Leistungen zu einem vergleichbaren Preis ist die Devise. Es wird sich immer jemand finden lassen, der es noch billiger macht.
Wenn man soweit gekommen ist, dass der Preis das einzige Argument wird, dann ist schon lange vorher einiges schief gelaufen. Und genau hier setzen wir an. Mit einer gemeinsamen Vision entscheiden wir uns dafür, aus unserem Unternehmen etwas ganz Besonderes zu machen. Und dazu brauchen wir alle Potenziale, die im Mitarbeiterteam vorhanden sind. Die Frage ist nur, wie wir es schaffen, diese Potenziale freizulegen.
Immer wieder höre ich von Arbeitgebern (Unternehmer würde ich diese nicht nennen), dass die Leute nicht mehr bereit seien, Leistungen zu erbringen. Alles Mumpitz! Es ist nämlich genau umgekehrt. Ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der nicht bereit war, alles zu geben. Die Frage ist bloss, warum und wofür? Wenn ich mit Mitarbeitern in diesen Betrieben rede, dann wissen diese meist haargenau, wo die Probleme liegen. "Und warum sagen sie es dann nicht", werden Sie sich jetzt zurecht fragen. Ganz einfach. Weil die meisten Chefs weder von den Problemen hören, geschweige denn, sich damit beschäftigen wollen.


Eine Vision ist niemals auf die Zukunft bezogen. Eine Vision, die nicht jetzt und heute gelebt werden kann, ist keine Vision, sondern ein Ziel. Ziele sind messbare und noch nicht erreichte Zustände in der Zukunft. Eine Vision ist nie messbar. Es ist ein Gefühl, eine Energieform, die den Sog für die "gemeinsame Sache" erzeugt und alle Beteiligten wie Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kunden gewinnen lässt.

Wie Sie der Erfolgsfalle entgehen

Es ist aber so - und für mich sogar leicht erklärbar. Dazu ein Beispiel: Wie reagieren die meisten Menschen, wenn man ihnen vorwirft, dass Sie etwas schlecht gemacht haben? Wie würden Sie reagieren, wenn ich an Ihnen herumkritisiere? Sie werden ungehalten und möchten sich rechtfertigen.
So reagieren die meisten Menschen. Das ist völlig normal. Und genau so reagieren die meisten Chefs, wenn die Mitarbeiter die Finger auf die wirklichen Wunden im Betrieb legen. Sagen Sie einmal einem Konzernchef, dass er seine Arbeit nicht gut macht. Bestimmt wird er dafür nur ein mitleidiges Lächeln übrig haben. Schliesslich muss er in seinem Leben einige Dinge richtig gemacht haben. Sonst wäre er ja nicht in dieser Position.
Logisch! Hier liegt die Krux. Wir Menschen glauben, weil wir uns hochgearbeitet haben, unfehlbar zu werden. Zugegeben, das würde selbstverständlich niemand so aussprechen. Die Resultate zeigen aber, dass genau hier das Problem liegt. Und dies ist auch der Grund, warum die meisten Chefs nicht hören wollen, wo die Probleme im Betrieb liegen. Und sich damit die Chance vergeben, die brachliegenden Potenziale auch tatsächlich zu nutzen.

In einem Team gibt es keine "Opfer"

Und so wird das Spiel über Jahre hingezogen. Eine Seite denkt von sich, sie sei unfehlbar und unersetzlich, und die andere versucht, mit allen Mitteln so gut wie möglich abzuschneiden. So wird denn auch von einem "Opfer" geredet, wenn mehr getan werden sollte, als im "Tarifvertrag" vorgesehen ist.
In dieser Situation befinden sich viele Firmen. Einige mehr, andere weniger. Wundern Sie sich noch, warum da wenig Begeisterung vorhanden ist? Oder können Sie sich vorstellen, dass eine Firma mit dieser Denkhaltung zum Kreis der Branchenbesten zählt? Wohl kaum! Die Kunden werden die fehlende Begeisterung schon von weitem spüren und wegbleiben oder die Situation durch Preisdruck ausnützen wollen. So ist das eben.
Genau so habe ich schon viele Firmen gesehen, die gemeint haben, alles sei bestens, und bei näherem betrachten kamen ganz überraschende Dinge zum Vorschein. Es ist spannend zu beobachten, wie Menschen mit Leichtigkeit die besten Qualitätssysteme und ISO-Normen austricksen. Wenn dies geschieht, wird es gefährlich. Das Management denkt, jetzt sei alles getan, und die Leute haben bereits einen Abwehrmechanismus eingeleitet. Niemand merkt etwas oder nimmt es bewusst war.

Energieverschleiss ist Vergangenheit

Wenn ich hier den Finger so stark auf alle diese Wunden drücke, tue ich dies aus einem einfachen Grund: Die Erfahrung zeigt, dass nicht offen miteinander geredet wird. Fehlende Ehrlichkeit ist ein riesiger Energiefresser in den Betrieben. Es hängt wahrscheinlich mit unserem Gesellschaftssystem zusammen. Das gleiche Problem haben ja schliesslich auch viele Ehepartner. Stimmt doch! Es wird immer um den Brei herum geredet. Dabei gehören die Probleme auf den Tisch gelegt. Das ist der erste wichtige Schritt bei einem Visions-Prozess. Alles, was irgendwo in einer Denkschublade unbearbeitet herumliegt, raubt uns Energie. (Das wissen Psychologen schon seit Jahren.)
Bevor wir also mit unserem Team weitergehen wollen, muss über alles geredet werden kännen. Es dürfen keine unbeantworteten Fragen mehr vorhanden sein. Totale Offenheit und Transparenz sind gefragt. Dies zu erreichen, ist gar nicht so einfach. Bewährt hat sich, in diesem Prozess sämtliche Hierarchien aufzuheben. Wenn alle auf die gleiche Ebene gestellt werden, redet es sich leichter. Damit baut sich ein Team ein solides Fundament. Erst wenn diese Basis geschaffen ist, kann die Vision darauf platziert werden. Ohne diese Grundlagenarbeit wird aus der "Vision" sehr schnell eine "Illusion". Und dies nur, weil der Boden nicht genug vorbereitet wurde.
Bis hierher war es doch gar nicht so schwierig. Wenn Sie dabei bleiben, verrate ich Ihnen, wie Sie die Kreativität der Mitarbeiter ankurbeln und zu einer sprudelnden Ideenquelle ausbauen.

Ideen sprudeln lassen

Beim nächsten Schritt sollten Sie sämtliche Logik und verstandesmässiges Denken ausschalten. Das würde uns nur behindern. Jetzt sollten wir uns darin üben, die eigenen Grenzen zu erkennen und diese bewusst zu überschreiten. Erlauben Sie sich, völlig unvernünftige Dinge zu tun. Wie bitte? Sie haben Mühe damit? Es macht riesig Spass, während ein paar Stunden nichts anderes zu tun als zu spielen, malen, tanzen, lachen. Zieren Sie sich doch nicht so! Es tut gut, wieder einmal zu spüren, dass man noch richtig Freude haben kann.
Als wir kleine Kinder waren, ging es doch auch. Die Belohnung wird riesengross sein. Wenn wir einzigartige Dinge im Team vollbringen wollen, dann müssen wir auch andere Wege wählen, als wir es uns gewohnt sind. Sonst werden nämlich immer nur die gleichen Resultate herauskommen wie bisher. Wenn Sie mit den bisherigen Resultaten glücklich sind, dann brauchen Sie nichts zu tun. Wenn nicht, dann war der Weg falsch. So einfach ist das. Wenn Sie den Weg ändern, dann werden auch andere Resultate daraus entstehen.
Was würden Sie alles tun, wenn Sie nicht darauf achten müssten, ob es machbar, bezahlbar, umsetzbar oder realisierbar wäre? Klingt das für Sie illusorisch? Zu abgehoben? Glauben Sie, die Glühlampe wäre jemals erfunden worden, wenn Edison immer nur an das Machbare und Umsetzbare gedacht hätte? Wer 1000 Ideen entwickeln kann, die nicht umsetzbar sind, findet darunter garantiert einige Dinge, die es sich lohnt, näher zu betrachten. Lernen Sie, mit Ihrem Team aus den eigenen Grenzen auszubrechen. Was kann schon passieren? Nichts! Ausser, dass man dabei sehr viel Spass haben kann. Und was soll daran schlecht sein?

Verstand schafft keine Visionen

Bevor wir dazu übergehen, wieder auf unsere Logik und den Verstand zu bauen, begeben wir uns noch auf eine Reise in unser Innerstes. Da, wo die Gefühle, Wünsche und Träume vorhanden sind. Wir begeben uns im entspannten Zustand in die Welt der Phantasie und Kreativität. Wir versuchen zu erfühlen, zu erspüren, ja sogar zu sehen, wie das Unternehmen aussehen könnte. Alle diese Bilder halten wir fest. Erst wenn wir dies getan haben, kommen wir zurück und analysieren, was dabei herausgekommen ist. Damit uns der logische Verstand hilft, diese Dinge auch umzusetzen. Sonst bleibt es eine Illusion. Und das wollen wir ja vermeiden.
Ganz zum Schluss wird aus all diesen Bildern eine Zusammenfassung erstellt. Dabei einigt man sich darüber, wie die "Essenz" dieser Vision heissen könnte. Gesucht wird eine leicht merkbare und fassbare "Verdichtung" all dieser Aussagen. Ich weiss, das alles hört sich jetzt nicht so einfach an. Aber glauben Sie mir: Wenn Sie den Mut aufbringen, ungewöhnliche Dinge mit Ihrem Team zu tun, dann werden Sie auch den Mut haben, aussergewöhnliche Dinge Ihren Kunden anzubieten. Sie werden einzigartig in allem was Sie tun und nach aussen darstellen. So erlangen Sie "unübliche Marktpräsenz", wie es der bekannte Unternehmensberater Hans von Bergen immer nannte. Dies verleiht Ihrem Unternehmen die Energie, aus dem Mittelmass auszubrechen und konkurrenzlos zu werden.

Energien freilegen

Mitarbeiter, die an der Entwicklung einer Vision mitgearbeitet haben, kommen nicht mehr darum herum, mehr Verantwortung übernehmen zu wollen. Wenn der Geist des Teams auf ein gemeinsames Ziel gerichtet ist, dann wird die Vision bereits ab der ersten Minute gelebt. Laufend werden neue Ideen entwickelt. Damit muss mancher Chef zuerst umgehen lernen. Es gibt nicht sehr viele Menschen, die es aushalten, nicht mehr für alle Details gefragt zu werden. Wenn man den Menschen Vertrauen schenkt, heisst das auch loslassen. Darum ist eine visionäre Firma immer im Entwicklungsprozess. Er hört nie auf und geht immer weiter.

Wenn Sie mehr wissen möchten:

Buchen Sie eine Teilnahme am Workshop "Der Weg zum visionären Unternehmen" oder vereinbaren Sie einen Termin zur Messung der Visionären-Unternehmens-Energie (VUE) mit Wendelin Niederberger für das Team-Visions-Seminar: "Durchbruch zum Erfolg" oder holen Sie sich die Unterlagen zum Seminar: "So finde ich meine persönliche Lebens-Vision"

 
     
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